Mainz/Rüsselsheim/Worms. Die Online-Suizidprävention [U25] der Caritas im Bistum Mainz ist am Mittwoch offiziell an den Start gegangen. "Mit den drei Standorten in Mainz, Worms und Rüsselheim investieren wir bewusst in die Unterstützung junger Menschen in Krisen und leisten damit einen Beitrag zum Lebensschutz", sagte Diözesancaritasdirektorin Nicola Adick bei der Eröffnungsveranstaltung im Haus der Caritas im Bistum Mainz. Gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Regina Freisberg gab sie das Startsignal im Beisein von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der eine Botschafterrolle übernahm sowie von Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa und der Bevollmächtigten des Generalvikars im Bistum Mainz Stephanie Rieth.
In Mainz, Worms und Rüsselsheim läuft bereits die Ausbildung der bislang zwölf ehrenamtlichen jungen Peers, die Gleichaltrigen online zur Seite stehen. Die Peers werden von Hauptamtlichen ausgebildet und auch künftig intensiv in ihrem Engagement begleitet. "Als Caritasverband für die Diözese Mainz und gemeinsam mit dem Bistum Mainz stemmen wir den Aufbau des Angebots zunächst aus Eigenmitteln", sagte Diözesancaritasdirektorin Freisberg. "Ziel ist es, die drei neuen Standorte ab 2028 wie die anderen [U25]-Standorte auch über Bundesmittel zu finanzieren und damit langfristig zu sichern."
Ministerpräsident Alexander Schweitzer nahm als Botschafter eine [U25]-Plastik entgegen. Er sagte: "Mir geht es darum, dass junge Menschen in Krisenzeiten nicht allein bleiben. Genau hier setzt die Caritas-Online-Suizidpräventionsberatung an: Junge Menschen beraten junge Menschen, auf Augenhöhe, niedrigschwellig und digital. Das ist ein Ansatz, der mich persönlich überzeugt. [U25] zeigt, was qualifiziertes Ehrenamt leisten kann: Junge Peers werden fachlich ausgebildet und begleitet, sie übernehmen Verantwortung füreinander. Zusammenhalt beginnt dort, wo wir hinschauen, zuhören und füreinander da sind."
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa sagte: "Suizid ist die häufigste Todesursache bei jungen Menschen. [U25] ist ein Präventionsangebot, das diese Altersgruppe gezielt erreicht. Ich freue mich sehr, dass wir mit den Neugründungen des Diözesancaritasverbandes im Bistum Mainz unsere Peer-to-Peer-Beratung für suizidgefährdete junge Menschen bundesweit auf 14 Standorte ausweiten. Dringend appellieren wir gleichzeitig an die Bundesgesundheitsministerin, das angekündigte Suizidpräventionsgesetz zeitnah fertig zu stellen. Das Gesetz muss die notwendige rechtliche Grundlage für verlässliche zielgruppenspezifisch ausgestaltete Suizidprävention für ältere ebenso wie für junge Menschen schaffen und dabei der Methodenrestriktion die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie verbesserten Zugängen zu psychosozialer Beratung."
Die Bevollmächtigte des Generalvikars Stephanie Rieth machte deutlich: "Suizidprävention ist kein Randthema kirchlichen Handelns. Sie berührt den Kern dessen, was Caritas und Kirche ausmacht: das Eintreten für Menschen in existenziellen Krisen, das Ernstnehmen von Not, bevor sie lebensbedrohlich wird, und das Vertrauen darauf, dass Beziehung, Begleitung und Zeit neue Perspektiven eröffnen können."
Die [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland bietet jungen Menschen in Krisen seit 2001 eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung. Dieses Unterstützungsangebot wird an bisher 11 Standorten geleistet, im vergangenen Jahr wurden bundesweit etwa 1.700 junge Menschen begleitet.
Weitere Informationen:
U25 Online-Suizidpräventionsberatung
[U25] Mailberatung und Hilfe für Jugendliche mit Suizidgedanken